Am 21. März ist Welt Down-Syndrom Tag!!!




Freitag, 15. April 2011

Opa

Da sind wir wieder! Nach langer Zeit... am 13.Dez. habe ich das letzte Mal geschrieben, 2 Tage später war hier alles anders als sonst... Mama sagt, wir müssen die Lücke hier bis heute schließen, damit wir danach wieder normal weiterschreiben können. Sie kann es aber nicht, deshalb mache ich das.

2 Tage später kam Opa ins Krankenhaus, 2 Tage vor Heiligabend durfte er wieder nach Hause. Alle haben geweint und Weihnachten war nicht schön, da wir wegen des Eisregens nicht zu Oma und Opa konnten. Alle haben immer von Opa gesprochen, ich habe nicht verstanden um was es ging. "Krebs" sagten sie immer wieder - das Tier kenne ich aus meinem Buch, aber was hat das mit Opa zu tun?
Irgendwann sah Opa nicht mehr aus wie Opa...habe seine Hand genommen und mit ihm ganz leise im Kopf gesprochen, er sah so traurig aus und ich war auch traurig, weil er traurig war...
Dann durften wir ihn nicht mehr besuchen, nur die Großen durften ihn sehen. Und jetzt...

Jetzt ist er nicht mehr da! Ich rufe ihn immer, suche ihn, klettere auf das Sofa, wo wir immer gekuschelt und getobt haben, aber da sitz ich nun alleine und Mama und Oma weinen. Meine Schwester weint jeden Abend beim Einschlafen, ich verstehe das alles nicht. Opa ist doch nicht weg, ich spüre ihn, warum sind bloß alle so traurig? Erst haben sie mir erzählt, Opa sei nun ein Engel. Ich habe dann geschrieen "So ein Quatsch! Opa ist doch noch da, seht ihr ihn denn alle nicht? Spürt ihr ihn nicht? Da auf dem Sofa, in der Küche auf seinem Stuhl, im Garten in seinem Eckchen?" Aber sie verstehen meine Worte nicht...
Nun sagen sie nur noch "Opa ist nicht da" oder "Opa schläft", wenn ich ihn rufe... ich schreie dann nicht mehr... sollen sie glauben, was sie wollen, ich weiß es besser. Und kuschel mich auf seinen Platz.

Puh, geschafft! Nun können wir, Mama oder ich, ganz bald wieder hier berichten, was es Neues gibt. Denn "das Leben geht weiter" sagt Mama mit ganz komischem Blick. Vielleicht wird sie nicht mehr so traurig sein, wenn sie hier wieder schreibt, was ich alles Tolles (oder auch Nerviges ;-) ) mache!?!

Liebe Grüße,
euer Jonas (mit einem lieben Gruß von Mama)

3 Kommentare:

  1. Lieber Jonas,
    ich kann verstehen, dass deine Familie sehr traurig ist, dass sie euren Opa nun nicht mehr sehen. Du spürst, dass er da ist, und wenn deinen Mama und deine Schwester ihre Tränen geweint haben werden auch sie Opa wieder spüren, ohne traurig zu sein.

    Ich umarme euch und wünsche euch das Beste!
    Sabine

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  2. Lieber Jonas!
    Meine Mama kann euch gut verstehen.
    Dieser letzte Weg, der niemandem erspart bleibt, den gehen wir gerade.
    Mama weint mit euch, das nimmt den Druck ein bisschen und schafft Platz für den nächsten Tag.

    Umarm Deine Mama und sag ihr, wie sehr ich mich freue, von euch zu lesen, trotzallem.
    Dein Opa ist ganz nah, nie weit weg, in euren Herzen.
    Du weißt das schon.
    Haltet zusammen!

    Schlaft gut!
    Barbara

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  3. Lieber Jonas
    Du hast ganz recht mit dem was Du fühlst und schreibst. Der Opa bleibt wirklich da. In Dir, das ist schwer zu verstehen. Robert sagte vor kurzem: "Ich spür den Opa seine Luft aus der Nase!" Da kamen mir die Tränen. Das würde ich auch gerne spüren können. Ich seh immer seine Hände vor mir. Und das wird bleiben. Behalte ihn im Herzen, Deinen Opa. Drück die Mama ganz fest. Lass sie aber weiterweinen, denn das tut gut. Ich mach das auch, weil ich es manchmal nicht glauben mag, dass mein Papa einfach so schnell ging...
    Du, sag der Mama sie soll ganz stark bleiben, wenn sie mit Dir kleinen Schreihals unterwegs ist. Da hilft nur Stärke, auch das kenne ich hier. Weil der Robert ist ja auch ein sehr lautes Kind. Seid er mit Kopfhörer CD's anhört ist es ein bisschen besser...
    Ich freu mich schon auf ganz viel Neues von Euch. Hab Euch vermisst... Du, gib Deiner Schwester ein Bussi, sie hat es nicht leicht als Geschwisterkind. Denn ihr besonderen Kinder seid einfach ganz stark da. Da bleiben die Schwestern wirklich oft auf der Strecke...aber wir Mamas und Papas machen das nicht mit Absicht.
    Elisabeth

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Lord Schelmchen